Chile

Das Weinland Chile, bekannt auch unter dem Namen “Bordeaux des Südens” ist eines der bedeutendsten Weinbauländer der Welt geworden, sei es qualitativ wie quantitativ. Die ersten Rebstöcke wurden schon Mitte des 16. Jahrhunderts gepflanzt. Spanische Eroberer brachten die Reben nach Südamerika. Aber der richtige Weinbau begann mit der Einwanderung französischer Winzer, die diverse Rebsorten mitbrachten. Angebaut wird auf einer Rebfläche von etwa 200.000 Hektar, aber auf rund der Hälfte der Fläche werden Tafeltrauben produziert.
Bekannt ist Chile vorwiegend für seine Rotweine, hauptsächlich die Sorten Cabernet Sauvignon, gefolgt vom Merlot, Pais, Pinot Noir, Cabernet Franc, Carmenere und Syrah. Klassische Weißweinsorten sind Chardonnay und Sauvignon Blanc, doch in den meisten alten Rebanlagen ist der Tocai Friulano die wichtigste weiße Rebsorte.
Die Voraussetzungen für den Weinbau sind in Chile ideal, das Klima ist warm und trocken und durch die abgeschiedene Lage hat man mit den Rebkrankheiten auch wenig Probleme, wie zum Beispiel dem Mehltau und die Reblaus, die das Land durch die Abgeschiedenheit verschonte. Es existieren noch sehr viele unveredelte Rebstöcke, bei den Neupflanzungen werden aber jedoch vorsichtshalber reblausresistente Unterlagsreben verwendet. Nach der Reblausplage in Europa wurden aus Chile die Rebsorten wieder reimportiert.
Im Jahre 1965 kam der chilenische Weinmarkt durch die christdemokratische Regierung zum Erliegen, erreichte seinen Höhepunkt durch die Enteignungen der sozialistischen Regierung im Jahre 1980 und die gesamte Weinwirtschaft brach zusammen. Durch Investoren aus Frankreich und Amerika begann drei Jahre später der Neuanfang mit moderner Kellertechnik.
Aufgrund seiner großen Ausdehnung verfügt Chile über unterschiedliche Klimazonen. Das Land ist eine geografische Besonderheit, es zieht sich über 4.000 Kilometer von Norden nach Süden. Die meisten Anbaugebiete liegen zwischen dem 30. und 40. Breitengrad. Der Andenschutt, der durch das Schmelzwasser in die Täler geschwemmt wird ist sehr mineralreich und deshalb kann auf die normale Düngung fast verzichtet werden. Die Sommer sind heiß, trocken und niederschlagsarm und durch die kühlen Pazifikwinde, die durch den Humboldtstrom entstehen und in einigen Tälern kalte Nachttemperaturen entstehen lassen, können sogar weiße Rebsorten angebaut werden. Durch die heißen Sommer reifen die Reben gut aus und durch den hohen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht erreichen sie ihr volles Aroma.
Die wichtigsten Anbaugebiete liegen in den westlichen Flusstälern der Anden, auf einer Höhe von 500 bis 1.100 Meter.

Das chilenische Weinrecht gibt es erst seit dem Jahre 1985. Es legt die Herkunftsgebiete fest und definiert die Sorten, die zur Qualitätsweinproduktion zugelassen sind. Auf dem Weinetikett scheinen fast immer die Namen der Rebstöcke auf. Die Rebsorte muß zumindest 75 Prozent im Wein enthalten sein, dies gilt auch für die Herkunft und den Jahrgang. Verboten sind in Chile die Chaptalisierung (Anreichern mit Zucker), jedoch die Azidifikation (Aufsäuerung) ist erlaubt.
Für drei Weinarten bestehen gesetzliche Ursprungsbezeichnungen. Unter Pisco fallen die chilenischen Branntweine aus der Zona Pisquera, die nur unter besonderen Bedingungen produziert werden müssen. Der Pajarete ist ein spezieller Süßwein, auch aus der Zona Pisquera, der einen Alkoholgehalt zwischen 14 und 17 % haben muß und der Vino Asoleado, ein edelsüßer Wein aus der Zona de Secano.
Die chilenischen Rotweine haben einen hohen Polyphenol- und Zyaningehalt und deswegen eine gute Farbe. Sie sind kräftig, seidig, gehaltvoll mit gutem Aroma und aufgrund der Tannine sehr weich und können jung konsumiert werden.
Die Weißweine sind frisch, elegant, fruchtig und blumig mit einem besonderen Charakter.

Die bekanntesten Weinbaugebiete befinden sich im Mittelteil von Chile, wo hochwertige Weine gekeltert werden. Die Weine die in der Mitte Chiles produziert werden, ähneln jenen aus dem Bordeaux.
Im warmen Norden werden Tafelweine und süße Weine aus der Muskattraube gekeltert. Die Weine aus dem Norden sind überwiegend süß mit einem hohen Alkoholgehalt.
Die Weine aus dem südlichen Chile sind einfach und gut. Der größte Teil der gekelterten Weine kommt jedoch aus dem Süden des Landes.

Weinexperten weltweit erwarten sich aber, dass sich die Qualität der chilenischen Weine noch deutlich verbessern wird.

Der Weinbau konzentriert sich auf vier Anbauregionen, die wiederum in verschiedene Subregionen unterteilt werden.

1.) Weinregion Coquimbo (Valle del Elqui, Valle de Limarí, Valle de Choapa)
2.) Weinregion Aconcagua (Valle del Aconcagua, Valle de Casablanca, Valle de San Antonio)
3.) Weinregion Valle Central (Valle del Maipo, Valle del Rapel, Valle de Curicó, Valle del Maule)
4.) Weinregion Valle Sur (Valle del Itata, Valle del Bío-Bío, Valle del Malleco)