Deutschland

Der Weinbau hat in Deutschland schon eine jahrtausend alte Tradition. Durch die Römer gelangte der Weinbau über das Rhonetal bis an die Mosel und an den Rhein. Bei Erdbewegungen an der Mittelmosel fand man Anlagen, die auf den Weinanbau ab dem 1. Jahrhundert hinwiesen. Ähnliche Anlagen fand man auch in der Pfalz, welche den Anbau durch die Römer belegten.
In der mittelalterlichen Warmzeit herrschte ein relativ mildes Klima. Die Bevölkerung wuchs und in ganz Europa blühte der Weinbau. Die gesamte Weinanbaufläche betrug im 16. Jahrhundert in Deutschland geschätzterweise 300.000 Hektar. Dreimal so viel wie heutzutage. Die Produktion war hoch und durch den Rhein und seine Nebenflüsse gelangte der Wein nach Skandinavien, England und Holland.
Infolge der deutschen Bürgerkriege ab 1524, der steigenden Konkurrenz von Weinen aus Italien und Frankreich, sank der Anbau von Wein. Nach der französischen Revolution wurden Ende des 18. Jahrhunderts die großen Weingüter der Klöster, Kirchen und des Adels verstaatlicht, aufgeteilt und versteigert.
Im Jahre 1892 führte man das erste Weingesetz ein, wo zum Beispiel noch die kontrollierte Zuckerung erlaubt war. Durch die beiden Weltkriege schrumpfte die Rebfläche auf nur mehr 50.000 Hektar. Erst ab 1950 ging es mit dem Weinbau wieder bergauf.
In Deutschland befinden sich die nördlichsten Weinbaugebiete, begünstigt durch den Golfstrom im Westen und dem trockenen Kontinentalklima im Osten. Das kontinentale Klima mit den deutlichen Jahreszeiten und den großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht, bildet gute Voraussetzungen für ausdrucksstarke, fruchtige Weine. Deutsche Weine unterscheiden sich vor allem durch ihre Leichtigkeit, Fruchtigkeit und Spritzigkeit. Die kurzen warmen Sommer machen sie alkoholreich und langlebig. Deutschlands Spitzenweine erlangten einen internationalen Bekanntheitsgrad.
Es gelten hohe Qualitätsnormen, welche seit 1971 einheitlich festgelegt wurden. Jeder deutsche Wein, sofern er als Qualitätswein b.A. oder Qualitätswein mit Prädikat gelten will, wird amtlich auf die Qualitätsnormen geprüft. Nach erfolgreicher Überprüfung wird eine Prüfungsnummer erteilt, welche dann auf dem Etikett aufscheinen muß.

Die Rebfläche beträgt in Deutschland momentan 102.000 Hektar, von denen sind 64 % Weißweinsorten und 36 % Rotweinsorten.

Wichtigste Weißweinrebsorten sind: Riesling, Müller-Thurgau (Rivaner), Silvaner, Grauburgunder (Ruländer, Pinot Gris), Kerner, Weißburgunder, Bacchus, Scheurebe, Gutedel, Chardonnay, Traminer, Faberrebe

Wichtigste Rotweinrebsorten sind: Spätburgunder (Pinot Noir), Dornfelder, Portugieser, Trollinger, Schwarzriesling, Regent, Lemberger

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