Kalifornien

In Kalifornien hat die Geschichte des Weinbaus im Jahre 1769 in San Diego angefangen, als der Franziskanermönch Juníperro Serra für seine Gottesdienste einen Messwein benötigte. Daraufhin pflanzten die Mönche Reben an, die vorher schon die Spanier nach Mexiko gebracht haben. Pater Serra gründete bis zu seinem Tod im Jahre 1784 acht Missionsstationen und jede hatte ihre eigene Rebanlage. Daher wird er auch als Vater des kalifornischen Weines angesehen.

Etwa im Jahre 1833 pflanzte der Franzose Vignes europäische Reben in den Weinbergen um Los Angeles an. Als 1849 das Goldfieber ausbrach und viele Europäer sich in Kalifornien niederließen, blühte der Weinbau richtig auf und verlagerte sich von der Sierra Nevada in den kühleren Norden.

In den 1850er und 1860er Jahren importierte der ungarische Soldat Agoston Haraszthy etwa 300 europäische Rebsorten nach Kalifornien, da er vom kalifornischen Wein enttäuscht war. Durch die klimatischen Vorzüge kultivierte er seine Reben im Sonoma Valley, in der Nähe von San Francisco und es entstand ein reger Austausch von Reben zwischen Amerika und Europa. Doch die importierten Setzlinge waren von der Reblaus befallen und zerstörten in ganz Europa fast alle Weinberge. Um die Reblaus zu bekämpfen, pfropfte der kalifornische Pflanzenzüchter Thomas Munson die edlen Weinreben auf resistente Reben. Dies brachte dann die Erfolge im Kampf gegen die Reblaus. Diese Methode wird heutzutage noch weltweit praktiziert.

Durch die Reblauskatastrophe in Europa blühte der kalifornische Weinbau erst so richtig auf und die Weine wurden fast in die ganze Welt exportiert. Doch der Boom endete bald, da die Reblaus auch dort die Reben befiel und die neuen Anbaugebiete zerstörte. Ein Gegenmittel war bald gefunden, doch im Jahre 1919 verkündete die amerikanische Regierung die Prohibition und die meisten Weingüter wurden in den Ruin getrieben. 1933 wurde das Alkoholverbot wieder aufgehoben, doch die meisten Weinhandelsstrukturen waren zerstört und von den etwa 2.500 Weingütern überlebten nur etwa 100.
Ende der 1960er Jahre ließen sich einige Unternehmer im Napa Valley nieder und fingen mit der Produktion von Spitzenweinen an.

In Kalifornien wird heute auf einer Rebfläche von etwa 224.000 Hektar produziert. Damit ist Kalifornien nach Italien, Frankreich und Spanien das viertgrößte Weinbaugebiet der Welt.

Durch die geografische Ausdehnung teilt sich Kalifornien in eine Vielzahl unterschiedlicher Klimazonen. Geprägt wird die Region aber hauptsächlich durch den Pazifik. In den südlichen Gebieten ist aufgrund des niedrigen Niederschlages der Weinbau nur durch künstliche Bewässerung möglich. Im Landesinneren, hingegen, herrscht kontinentales Klima mit heißen und trockenen Sommern.
Die klimatischen Bedingungen an der Westküste sind ideal. Der Pazifik bringt kühle Luft und sorgt für einen Temperaturausgleich im heißen Sommer. Niederschläge sind selten und durch die vielfältigen Bodenbeschaffenheiten gedeihet eine große Vielzahl an Rebsorten.
Bedeutendste Weinbauregion ist das Napa Valley wo die Landschaft vom Napa River geprägt wird. Produziert werden dort exklusive Weine und besonders sortenreine Rotweine. In der Bucht von San Francisco entstehen Nebel, die für kühlere Temperaturen an heißen Tagen sorgen. Die Weine entfalten somit ein komplexes, vielschichtiges Aroma mit einem hohen Alkoholgehalt.
Wichtigste rote Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Zinfandel und Pinot Noir und wichtigste weiße Rebsorten sind Chardonnay und Colombard.

Das Weingesetz in Kalifornien ist einfach: Mengenbeschränkunen bei der Traubenproduktion gibt es keine und die Sortenpolitik ist sehr liberal. Zum Beispiel muß ein Chardonnay-Wein mindestens 75 Prozent dieser Rebsorte enthalten. Weine mit einem geringeren Anteil nennt man Meritage und sind normalerweise einfache Tafelweine.

Das AVA System im Weinbau ist eine Klassifizierung der Weinbauregion nach klimatischen und geografischen Punkten. Es ist ein Gebiet oder eine ganze Region und wenn ein Wein zu 85 Prozent aus Trauben einer bestimmten AVA besteht, so darf es dessen Namen tragen. Bei rebsortenreinen Weinen genügt ein Anteil von 75 Prozent. Allerdings erscheint die Kennzeichnung AVA nicht auf dem Etikett.

Weinorte

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