Neuseeland

Die ersten Reben wurden in Neuseeland vom englischen Missionar Samuel Marsden im Jahre 1819 eingeführt. Doch verschiedene Weingesetze, wie z. B. den Wein mit Wasser zu verdünnen oder den Wein nur an Hotels zu verkaufen und abstinenzlerische Bewegungen verhinderten die weitere Entwicklung des Weinbaus, hinzu kamen auch Schädlinge und Krankheiten der Reben. Im Jahre 1835 wurde dann das erste Mal in Neuseeland Wein abgefüllt und in den folgenden Jahren trieben europäische Siedler den Weinbau weiter voran, doch erst ab 1960 als die Weingesetze gelockert wurden, steigerte sich die Produktion so langsam und ab dem Jahre 1970 importierte man europäische Reben. Ende der 70er Jahre gelang mit dem Sauvignon Blanc Weinen aus der Region Marlborough der internationale Durchbruch. Die neuseeländischen Winzer merkten bald, daß das Klima für die Produktion von Spitzenweinen sehr gut geeignet ist.

Klimatisch und auch geografisch ist Neuseeland ein Land mit vielen Kontrasten. Angebaut wird auf beiden Inseln und die Weinbaugebiete erstrecken sich auf einer Länge von 1.200 Kilometern. Die Niederschläge sind im Sommer und Herbst ergiebig aber zwischen der wärmeren Nordinsel und der kühleren Südinsel herrschen unterschiedliche Temperaturen vor. Da die meisten Anbaugebiete in Küstennähe gelegen sind, fallen nachts die Temperaturen stark ab und untertags genießen die Reben viel Sonnenschein, so können die Trauben langsam reifen und entfalten ihre ganzen Aromen. Größtenteils sind die Rebanlagen auf vulkanischem Gestein angebaut.
Angebaut wird auf einer Rebfläche von etwa 30.000 Hektar, davon sind zu 70 Prozent Weißweine. Der Sauvignon Blanc ist eine der führenden Weinsorten und auch dem Pinot Noir wird eine Spitzenposition vorausgesagt. Die französischen Rebsorten fanden im Land ideale Bedingungen und bringen sehr intensive und vielschichtige Aromen hervor. Weitere Sorten sind Chardonnay, Riesling, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah.
Der Pinot Noir hat die landestypischen Aromen von Zimt und Nelke, aber auch Schokoladenaromen sind vorhanden. Der Syrah hat ein Pflaumen- und Pfefferaroma. Cabernet Sauvignon weist ein Aroma von Brombeeren, Paprika und schwarzen Johannisbeeren auf und der Sauvignon Blanc hat eine tropische Note von Johannisbeer-, Stachelbeer- und Zitrusaromen. Die Chardonnays haben eine Pfirsich- und Aprikosennote und der Gewürztraminer hat ein Rosen- und Litschiaroma.
Das neuseeländische Weinrecht ist sehr locker und es gibt keine Vorschriften zur Begrenzung der Traubenproduktion.

Die ungefähr zehn Weinanbaugebiete Neuseelands verteilen sich auf den beiden Inseln. Auf der Südinsel gedeihen körperreiche Weine wie der Pinot Noir und Sauvignon Blanc.

Das größte Weinbaugebiet befindet sich im Norden der Südinsel, die Marlborough Region, mit einer Anbaufläche von etwa 11.500 Hektar, die an der Ostküste liegt, geschützt von den Bergen im Westen. Sie ist eine der trockensten und sonnigsten Regionen des Landes und seit den 70er Jahren wird hier schon Weinbau betrieben. Drei Viertel der neuseeländischen Weine werden in dieser Region produziert.
Zweitgrößte Weinregion ist die Hawke’s Bay auf der Nordinsel, mit einer Rebfläche von 4.300 Hektar.
In Auckland, auf der Nordinsel werden die edelsten und teuersten Weine Neuseelands gekeltert, wie Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und Chardonnay.
Canterbury auf der Südinsel ist die fünftgrößte Weinregion Neuseelands mit zwei Unterregionen, das Waipara Tal und die Ebene um Christchurch, wo Riesling, Chardonnay und Pinot Noir produziert werden.
Central Otago auf der Südinsel ist die südlichste Weinregion der Welt und zugleich die höchstgelegene Neuseelands. Kultiviert wird hier hauptsächlich der Pinot Noir.
Nelson auf der Südinsel ist ein relativ kleines Anbaugebiet und liegt direkt neben dem berühmten Marlborough Gebiet. Produziert werden hier Sauvignon Blanc, Pinot Noir, Chardonnay, Pinot Gris und Riesling.
Wairarapa auf der Nordinsel ist bekannt für den Pinot Noir, aber auch den Cabernet Sauvignon.