Portugal

Schon in der Antike brachten die Griechen, Phönizier und Römer die Reben auf die Iberische Halbinsel und bereits im 12. Jahrhundert verschifften die Portugiesen Wein nach England. Bis zum Beitritt in die EU im Jahre 1986 war das Land noch ziemlich isoliert und deshalb existiert noch eine Vielfalt an einheimischen Rebsorten, welche die Weinwelt Portugals unverkennbar macht.
Europaweit verfügt Portugal über die größte Sortenvielfalt an autochthoner weißer und roter Rebsorten und mit dem “Colares” hat man einen sehr seltenen Wein, der noch mit wurzelechten europäischen Reben im Sand nahe der Atlantikküste angebaut wird. Die Reblaus, welche im 19. Jahrhundert fast alle anderen europäischen Reben zerstörte, konnte den Sand nicht überleben.
Angebaut wird insgesamt auf einer Weinfläche von über 250.000 Hektar und Portugal ist somit das 7. größte Weinbauland.
Ausschlaggebend für die Qualität der Weine ist der Atlantik. Im regenreichen, klimatisch begünstigten Norden werden vor allem spritzige und leichte Qualitätsweine kultiviert. Einige Regionen zählen sogar zu den niederschlagreichsten von Südeuropa. Die Mitte des Landes ist trocken und heiß, es entstehen wuchtige, schwere und alkoholstarke Weine. Im Süden Portugals wird bis auf einige Ausnahmen der einfache Landwein produziert. Einen großen Bekanntheitsgrad erlangten auch die Dessertweine, wie der Portwein, Madeira und Muskateller.

Schon im Jahre 1756 wurden gesetzliche Grundlagen geschaffen, eine Überarbeitung fand zwischen 1907 und 1911 statt. Die regionale Weinbaukommission (Comisso Vitivinicola) überwacht die Echtheit und Qualität der Weine.
Heute gibt es fünf Weinbauzonen mit 32 Qualitätswein Anbaugebieten, 26 davon haben DOC-Status. In 6 Regionen werden Weine mit IPR-Bezeichnung produziert und dazu existieren 8 Landweingebiete. Der Rest sind Tafelweine.

Portugals Weinbezeichnungen:
– Verdes: Jungweine, die gleich nach der Beendigung der Gärung getrunken werden
– Maturo: Die Bezeichnung reifer Weine gilt für alles, was nicht zu den Verdes gehört
– Reserva: Hochwertige im Fass ausgebaute Weiß- und Rotweine
– Grande Reserva: Weine müssen mindestens einen 5jährigen Reifeprozess durchwandern
– Garrafeida: Etikettenbezeichnung für einen Spitzenwein, der sehr lange im Fass oder Keller gelagert hat
– Velho: Äußerst hochwertige Rot- und Weißweine

Vorherrschend sind in Portugal die roten Rebsorten, von einem Anteil von 70 Prozent. Die bekannteste edelste rote Rebsorte ist Touriga Nacional, die für tiefrote, hocharomatische Weine sorgt. Angebaut werden aber am meisten die Sorten Periquita und Baga.
Weitere rote Rebsorten sind Alfrocheiro, Castelo Francs, Touriga Francesca und Tinta Roriz.
Bekannte weiße Rebsorten sind Maria Gomes, Malvasia, Avesso, Azal, Bical, Encruzado, Trajadura, Verdelho, Bital und Arinto.

Weinorte

Vinho Verde

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Porto und Douro

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Dáo e Lafóes

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Beira Interior

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Alentejo

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